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Im Sog des Booms: Alukon

Im Sog des Booms: Alukon

Die Bauwirtschaft brummt. An allen Ecken und Enden wird gebaut, saniert, erweitert. Gut für die Unternehmen. Aber: Der Fachkräftemangel ist für viele eine Wachstumsbremse. Zwei Unternehmen, zwei Branchen – ein Bild.

Das neue Hochregallager von Alukon thront wie ein Leuchtturm auf einer Anhöhe über Konradsreuth. Es ist, wenn auch nicht beabsichtigt, eine Demonstration von Stärke. Alukon ist der größte Arbeitgeber der gut 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Hof, und hat eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern von Rollladen, Garagen- und Rolltoren sowie Sonnenschutz und Insektenschutz in Europa. Was 1974 als regionales Handwerksunternehmen mit drei Mitarbeitern in einer kleinen Lagerhalle begann, ist heute ein hochmodernes Industrieunternehmen mit über 500 Mitarbeitern an zwei Standorten. Neben dem Stammwerk in Konradsreuth betreibt Alukon ein weiteres Werk in Baden-Württemberg. Seit 2013 gehört Alukon zur inhabergeführten Hörmann-Gruppe. 52-jährige Schwabe führt das Unternehmen seit acht Jahren. „Der Markt für Rollladen und Sonnenschutz ist in den vergangenen Jahren noch stärker gewachsen als der Bausektor insgesamt“ sagt er. „Bei immer mehr Gebäuden, ob gewerblich oder privat, wird der Sonnenschutz aufgrund der energetischen Vorteile immer wichtiger. Im Sommer halten Sonnenschutzsysteme die Wärme draußen, im Winter tragen sie dazu bei, die Raumwärme zu erhalten.“ Alukon profitiert sehr stark von diesem Trend und vom Boom in der Bauwirtschaft insgesamt. Das Unternehmen zählt in der Branche zu den Premium-Herstellern und hebt sich durch ein außergewöhnlich breites Produktportfolio und maßgeschneiderte Kundenlösungen vom Wettbewerb ab. Vom Konfektionär bis zum Handwerksbetrieb, großen Fenster- oder Fertighausbauern oder Montagebetrieben bedient Alukon ein vielfältiges Kundenspektrum, national und international. Die Produkte gehen zu 50 Prozent in den Export, vornehmlich nach Westeuropa und in die boomenden Märkte Osteuropas.

Diese positive Entwicklung hat Alukon in den vergangenen Jahren kontinuierlich wachsen lassen und machte immer wieder Investitionen notwendig, zuletzt die deutliche Erweiterung der Produktionsfläche um mehr als 12.000 Quadratmeter und den Neubau des Hochregallagers in Konradsreuth. „So können wir Abläufe effizienter gestalten und Lieferzeiten optimieren“,sagt Braun. Durch den Erweiterungsbau richtet sich Alukon gezielt für die Zukunft aus. Der Branchenführer investiert nicht nur in Konradsreuth. Im Tochterwerk im schwäbischen Haigerloch hat Alukon 2018 ein komplett neues Werk für rund 100 Mitarbeiter gebaut.

Zu sehen ist ein Pulverbeschichtungsroboter

Bei Alukon stehen alle Zeichen auf Wachstum. „Wir wachsen beständig und könnten noch stärker wachsen, würden die Baubranche und damit auch wir nicht vom aktuellen Engpass an Montagekapazitäten am Bau ausgebremst“, sagt Braun. Kurz gesagt: Es fehlen Arbeitskräfte. Überall, nicht nur am Bau, sondern auch im eigenen Haus. „Auch wir bekommen die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Das beginnt schon bei der Besetzung von Ausbildungsstellen. Wir suchen dringend Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker oder Maschinen- und Anlagenführer. Für unseren unternehmenseigenen LKW-Fuhrpark benötigen wir Berufskraftfahrer.“ Alukon werde im europäischen Rollladen- und Sonnenschutzmarkt eine immer wichtigere Rolle spielen, prophezeit Braun. „Und dafür brauchen wir engagierte Mitarbeiter.“

Die Industrieunternehmen bauen und investieren. Von diesem Boom profitieren wiederum die Handwerksbetriebe. Unternehmen wie die Birke Elektroanlagen GmbH in Wunsiedel. Birke hat sich einen guten Namen erarbeitet und ist ein begehrter Partner für Großprojekte in ganz Deutschland. Zu den Kunden zählen Schwergewichte wie BMW, Audi, MAN oder Airbus. Für den Sportausrüster Mammut hat Birke die komplette Elektroinstallation der neuen Unternehmenszentrale umgesetzt, für RAPA in Selb war Birke am Bau der neuen Halle 5 beteiligt. Birke ist breit aufgestellt. 25 Millionen setzt das Unternehmen pro Jahr um. „Es läuft“, sagt Geschäftsführer Bernd Birke.

Zu sehen ist der Geschäftsführer Bernd Birke gemeinsam mit seiner Ehefrau und Prokuristin Inge Birke

Der 59-Jährige führt das Unternehmen, das sein Vater 1965 als Ein-Mann-Betrieb gegründet hat, in zweiter Generation. Seine Söhne, die nächste Generation, haben bereits verantwortungsvolle Aufgaben im Unternehmen. Bernd Birke ist gelernter Elektroinstallateur, eiferte seinem Vater früh nach und übernahm den heimischen Markt im Unternehmen nach bestandener Meisterprüfung im Jahr 1983, „mit damals vielleicht zwölf Leuten“, erinnert er sich. Von da an ging es stetig nach oben. Er wollte das Unternehmen von Anfang an vergrößern. Mit über 180 Mitarbeitern und Standorten in Wunsiedel, Selb, Bayreuth und München gehört das Familienunternehmen heute zu den großen Handwerksbetrieben. „Wir sind eigentlich kein klassisches Handwerksunternehmen mehr. Mitarbeiterbeteiligung, Prämien, Abteilungen: Wir schauen uns mittlerweile viel von der Industrie ab und haben in den vergangenen Jahren die strukturellen Voraussetzungen im Unternehmen geschaffen, um weiter zu wachsen. Wir könnten uns schon heute leicht auf 200 Mitarbeiter und mehr vergrößern. Die Aufträge sind da.“ Aber was für die Industrie gilt, gilt für Handwerksunternehmen umso mehr. „Uns fehlen schlichtweg qualifizierte Mitarbeiter.“

Bernd Birke schlägt in die gleiche Kerbe wie Klaus Braun. „Die Personalsituation ist eine Herausforderung im Moment, das stimmt. Der Markt ist quasi leergefegt. Mittlerweile werden Firmen gekauft, nur um das Personal zu übernehmen. Das ist absurd.“ Auf der Suche nach Personal hätten viele Handwerksbetriebe zusätzlich das Problem, dass sie weniger bekannt seien als die Großen. „Die Industriebetriebe in der Region kennt fast jeder. Sie saugen viel ab. Wir Handwerksunternehmen fliegen häufig unter dem Radar, werden weniger wahrgenommen.“

Aber es gebe Instrumente gegen den Fachkräftemangel. „Wir setzen vor allem auf eine fundierte Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter.“ Birke ist damit sehr erfolgreich. „Wir haben im Moment keine Probleme, unsere Ausbildungsplätze zu besetzen. Wir haben mehr Bewerber als Plätze und wählen deshalb sehr gezielt aus. Die Motivation der Azubis ist für uns ein wichtiger Gradmesser bei Bewerbungsgesprächen. Was treibt jemanden an, diesen Beruf auszuüben, wo will er hin? Wer sich für uns entscheidet, wird eine erfolgreiche Ausbildung absolvieren und übernommen.“ Über 30 Auszubildende hat Birke im Moment – jeder sechste Mitarbeiter im Unternehmen. „Um genügend Auszubildende zu bekommen, müsse man aus seinem Unternehmen heute eine Marke machen“, sagt Birke. „Wir müssen uns bekannter machen, in die Köpfe der jungen Leute kommen und auf sie zugehen.“ Birke ist dafür an vielen Fronten aktiv, zum Beispiel als Sponsor des Eishockeyteams der Selber Wölfe. „Dadurch werden wir auch überregional wahrgenommen. Wir sind als Unternehmen überregional aktiv, der VER Selb ist daher eine ideale Plattform für uns. Außerdem müssen wir noch stärker aufklären und klarmachen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten in unserem Unternehmen sind, und wie das Berufsbild des Elektronikers heute aussieht. Gebäudeautomation ist ein großes Thema. Die Zeit des Schlitzeklopfens ist vorbei. Der Job ist heute extrem breit gefächert und technisch anspruchsvoll. Handwerk wird auch in Zukunft eine sichere Bank sein. Ein Elektriker wird so schnell nicht wegdigitalisiert.“

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